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Stefan Löffelhardt – Fluss

24. Februar 2018 - 6. April 2018

kostenlos

Im Fließenden liegt heute mehr Substanz als im Konstruktiven, – sagt Stefan Löffelhardt. „Ich gehe zeichnerisch den Strukturen und den landschaftlichen Formationen meiner Seele nach und denke daran, möglicherweise hier einen universellen Grund zu finden, der vielleicht über das Persönliche hinaus geht, im Sinne einer universellen Sprache, zu der jeder Zugang hat.“

In der fünften Einzelausstellung des Bildhauers und Zeichners Stefan Löffelhardt (*1959) bei Aurel Scheibler werden seine neuen Zeichnungen aus der Reihe PAG sowie Skulpturen und eine Installation präsentiert.

Der Titel der Ausstellung Fluss bezieht sich auf die Vorstellung, dass die Welt sich in permanenter Veränderung und Bewegung befindet: nichts ist statisch, alles fließt. Dem Prozess des ständigen Werdens und Wandels spürt Stefan Löffelhardt in seinem Werk nach.

Aus dieser Vorstellung von fließender und flüchtiger Welt heraus lenkte Stefan Löffelhardt sein Augenmerk auf Wolken, die er 2008 intensiv zu skizzieren begann. Als Bildhauer wollte er die fließende, undefinierbare und ephemere Form der Wolke genau erfassen. Aber das gerade Gesehene war bald verflogen und er zeichnete weiter aus der Erinnerung heraus, richtete
dabei den Blick immer mehr nach Innen.

So verlegte Löffelhardt den Fokus von der äußeren Erscheinung des Fließenden auf die innere Welt, auf die sich immer ändernden Emotionen, Gemütszustände und Gedankengänge. Seit 2009 gibt er seinen Zeichnungen den Titel PAG. So bezeichnet man in der Neurophysiologie eine Region des Gehirns, die bereits in der früheren Phase der menschlichen Entwicklung ausgebildet wurde und elementare, über Jahrtausende alte Erinnerungen beinhaltet, die unser Verhalten mitbestimmen. Für Stefan Löffelhardt bedeutet Zeichnen, die inneren Landschaften zu erkunden und im uralten Gedächtnis der Seele das aufzuspüren, was uns alle verbindet.

Eine Analogie mit Landschaft begleitet sein Werk von Anfang an. Während in den Installationen (seit 1999) eine imaginäre Landschaft im Raum inszeniert wird, wandert er beim Zeichnen durch ein inneres Gelände. Im Netz der filigranen Linien, mal dicht schraffiert, mal fragmentarisch, mal mit collagierten Elementen oder farbigen Einsprengungen, entsteht eine Art Kartographie der Seele. In seinen Skulpturen greift Löffelhardt die Metapher der Wolke wieder auf. So sind auch seine Werke benannt – die von der Decke hängenden Objekte aus Fundstücken, kombiniert mit
funktionalen Materialien wie Folie, Gips oder Styropor. In seinem Umgang mit den Materialien klingt die romantische Idee nach: im Gewöhnlichen das Wunderbare zu finden. Löffelhardt verwendet weggeworfene, nicht mehr brauchbare Dinge, die aus dem materiellen Kreislauf herausgefallen und im Müll oder am Straßenrand gelandet sind. Der Künstler begegnet Ihnen mit grundlegender Sympathie. Die Dinge werden mit einer neuen, überraschenden Lebendigkeit aufgeladen und im Kunstwerk aufgewertet. Ihre Komposition ist offen, sie balanciert an der Grenze zwischen dem Konkreten und dem Undefinierbaren, als würde gerade eine Variante aus dem Fluss der vielen möglichen Zusammenhängen festgehalten – eine Möglichkeit des Seins.

Stefan Löffelhardt, geboren 1959 in Süddeutschland, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Seine Werke wurden unter anderem im Mies van der Rohe Haus, Berlin, Kunstverein Schwerte, Taxispalais, Innsbruck, Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt, Museum Haus Esters, Krefeld, und im Kunstverein Cuxhaven ausgestellt.

Im Rahmen der Ausstellung Fluss findet am Freitag, den 9. März um 19 Uhr in der Galerie Aurel Scheibler ein Künstlergespräch zwischen Stefan Löffelhardt und Wolfgang Ullrich statt.

Details

Beginn:
24. Februar 2018
Ende:
6. April 2018
Eintritt:
kostenlos
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
Webseite:
http://www.aurelscheibler.com/
Eintritt: -

Veranstaltungsort

Aurel Scheibler
Schöneberger Ufer 71
Berlin, 10785 Deutschland
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Veröffentlicht am: 07.03.2018 | Kategorie: Galerie Aurel Scheibler,

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