Li Zhenhua bei Videoart at Midnight #110: 20. Dezember

Li-Zhenhua Videoart at Midnight Auf der Suche nach Wong Kar-Wai

Videoart at Midnight #110 Li Zhenhua: Auf der Suche nach Wong Kar-Wai

Über Hongkong und das erfolgreiche Format “Videoart at Midnight” von Olaf Stüber und Ivo Wessel

In Wim Wenders Tokyo-Ga  (1985) geht es um das Reich und Leben eines anderen Filmemachers: Es geht um Yasujiro Ozu (1903–63). Es geht darum, dass eine Person eine andere Person mit Spuren in Film und Realität sucht. Es geht um eine Kultur, die eine andere Kultur mit Verständnis und Wertschätzung sucht. Verstehen sich die Menschen aus der konstruierten Welt durch den Film wirklich oder verstehen wir uns in der Realität besser? Dinge haben immer einen mysteriösen Anteil und können in der Realität nicht wirklich offenbart werden, aber mit den Dingen, die in die Realität geschnitten werden, finden wir möglicherweise etwas Wertvolles und Wichtiges, weil es uns in Kontakt mit einer anderen Kultur, mit einer anderen Gruppe von Menschen bringt oder uns hilft zu verstehen andere Dinge als das, was wir bereits wissen.

Auf der Suche nach Wong Kar-Wai  ist ein Projekt, das seine Filme und den Wandel in Hongkong überarbeitet und überdacht. Seine Filme zeigen immer die Sehnsucht nach einer vorübergehenden Situation mit Menschen und handeln von Begegnungen und Verlusten. So kam Li Zhenhua die Idee, eine filmische Arbeit über das Team und die Filme zu machen, einen anderen Schauspieler und ein anderes Team dazu zu bringen, Hongkong durch die Filme zu dokumentieren und dies mit der Vergangenheit und Gegenwart zu verknüpfen.

Das Team sind Li Zhenhua, Chen Xiao, Shen Xiaomin und Sampo Sarkola, die sich sehr für Kunstfilme und Kultur in Hongkong interessieren.  Regisseur: Li Zhenhua; Fotos: Li Zhenhua, Chen Xiao, Shen Xiaom

Li Zhenhua, 1975 in Peking geboren, lebt und arbeitet in Zürich und Berlin. Der Schriftsteller, Kurator, Künstler und Produzent Li Zhenhua teilt seine Zeit und Praxis zwischen China und Zürich auf. Er ist der Gründer von Laboratory Art Beijing und dem Senfkorngarten. Li ist aktiv an der Produktion, Verbreitung und kritischen Diskussion neuer Medien beteiligt und hat an Symposien, Vorträgen und Präsentationen in führenden Galerien und Museumsräumen weltweit teilgenommen, darunter am ZKM Karlsruhe, dem Walker Art Center, in dem er das Wave-Projekt kuratierte, und am das Guangzhou Museum als teilnehmender Künstler der Guangzhou Triennale im Jahr 2005. Als produktiver und aktiver Teilnehmer der Kreativbranche leitete Li das erste internationale Festival für neue Medienkunst MAAP im Jahr 2002 in Peking, wo es im Beijing Millennium Monument Museum stattfand. Von 2002 bis 2003 gründete und organisierte er das Musikfestival Illuminate the Great Wall. 2005 gründeten er und Loredana Cozza mit der Dongfang Universität das Naples Far East Film Festival und im nächsten Jahr wurde er zum Executive Producer der Beijing International New Media Arts Exhibition und des Symposiums ernannt. Vor diesem Hintergrund, so Li, wurde er Kurator der Art Basel in Hongkongs erstem Filmprogramm.

Eintritt frei – Zeit: Mitternacht – im BabylonAuf der Suche nach Wong Kar-Wai  (2018–19)

Videoart at Midnight ist ein 2008 von Olaf Stüber und Ivo Wessel gegründetes Künstlerkino-Projekt. Einmal im Monat, freitags immer um Mitternacht, laden die beiden Kunstbegeisterten Künstler ein, ihre Werke auf der Leinwand des legendären BABYLON-Kinos im Berliner Bezirk Mitte zu zeigen.

Jede Nacht ist einem Künstler gewidmet. Die Künstler sind anwesend. Es ist ihre Nacht. Sie bestimmen entscheidend, was sie zeigen wollen. Die Künstler nutzen häufig die Gelegenheit, um Premieren zu feiern oder Werke zu präsentieren, die zuvor nur selten gezeigt wurden. Von Zeit zu Zeit werden auch Live-Acts wie Performances, Konzerte oder Vorträge aufgeführt, die den Film und die Videopräsentationen begleiten.

Ziel der Screening-Reihe ist es, einen Einblick in die aktuelle Videokunstproduktion der weltweit einzigartigen Berliner Kunstszene zu geben und Künstlern, die mit Film und Video arbeiten, eine eigene Plattform zu bieten.

Heute sind Medienkunstwerke in der Kunstwelt allgegenwärtig. Ein bedeutender Teil dieser Werke muss jedoch in einem Kino mit seinen charakteristischen Arrangements und Konventionen (Michel Foucaults „dispositif“) zu sehen sein. Nur der Kinosaal bietet die entsprechenden Voraussetzungen für die Betrachtung des gesamten Werkes – von Anfang bis Ende. Erst dann kann eine Diskussion ausgelöst werden, die das Kunstwerk widerspiegelt.

Mit seinem abgedunkelten Raum, seinen unveränderlichen Sitzreihen vor der Großleinwand, seinem perfekten Projektions- und Soundsystem und der Gemeinschaft, die es durch den gemeinsamen Zugang und die kollektive Zuschauerschaft schafft, verführt uns das Kino zu „ausdauernden“ Künstlern. bewegte Bilder und   ermutigt uns, unsere individuellen Filmerlebnisse herauszufordern.   

Im Gegensatz zur Ausstellungsinstallation oder auch zum Internet bietet uns das Kino eine unverwechselbare und oft deutlich fokussiertere Rezeptionsform – und eröffnet so neue Fragestellungen für das Denken des Mediums. Die Videokunst um Mitternacht füllt eine Lücke in der Berliner Kunstwelt, die von den Künstlern – also den großen Namen, die wir (noch) nicht auf dem Radar haben – gut angenommen und vom Publikum hoch geschätzt wird. Videoart at Midnight ist eine private, unabhängige Initiative. Der Eintritt ist frei und jeder ist willkommen.

Datum: 20.12.2019 – 21.12.2019

Babylon

Veröffentlicht am: 19.12.2019 | Kategorie: Ausstellungen,

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