Moderne am Meer Teil 4/8 Impressionismus am Montag

Moderne am Meer Claude Monet Der Hafen von Le Havre am Abend, 1873, Öl auf Leinwand, 60 x 81 cm, Sammlung Hasso Plattner

Moderne am Meer. 4/8 unserer Reihe Impressionismus am Montag: Das Museum Barberini erhält jetzt die umfangreiche Sammlung impressionistischer Gemälde des Museumsgründers Hasso Plattner als Dauerleihgabe. Sie umfasst über 100 Werke von Malern des Impressionismus und Nachimpressionismus. Dies zum Anlass genommen, bringen wir eine kleine Reihe: Acht Folgen mit Bezügen zur Sammlung im Barberini, immer montags. Heute 4/8 Moderne am Meer

Moderne am Meer
Frankreich war keine Seefahrernation. Doch gewannen die Küsten der Bretagne und der Normandie im Lauf des 19. Jahrhunderts an Bedeutung. Le Havre, wo Eugène Boudin und Claude Monet ihre ersten Malkampagnen starteten, war nach Marseille der zweitgrößte französische Hafen. Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren hier die Baumwollschiffe aus der Neuen Welt angekommen.
Der oft archaisch anmutende Charakter der Hafenstädte mit ihren Segelschiffen täuscht, denn sie hatten ihre Wirtschaft bereits von der vorindustriellen Produktion auf moderne Dienstleistungen umgestellt. Um dem expandierenden Handel gerecht zu werden, wurden französische Häfen nach dem Vorbild der Londoner Docks umgebaut. Auch Le Havre rüstete sich für immer größere Dampfschiffe: 1872 wurde damit begonnen, den von Boudin und Monet dargestellten Außenhafen mit einer neuen Kaimauer auszubauen.
Impressionistische Hafendarstellungen dienten nicht wie die Marinemalerei Englands und der Niederlande dazu, dem Nationalstolz auf die Flotte Ausdruck zu verleihen. Die Künstler ließen sich von Vorbildern der Alten Meister anregen und arbeiteten die Modernität der Hafenstädte heraus. Künstliche Beleuchtung zeigt den neuen Takt des Warenumschlags an. Intensivierung und Verdichtung zeigt auch Monets Malerei. In London hatte er, wie wenig später auch Berthe Morisot – die einzige Frau, die von Beginn an mit den Impressionisten ausstellte –, nicht nur die englischen Docks, sondern auch die dynamische Malerei William Turners kennengelernt.
Das Museum Barberini erhält jetzt die umfangreiche Sammlung impressionistischer Gemälde des Museumsgründers Hasso Plattner als Dauerleihgabe. Sie umfasst über 100 Werke von Malern des Impressionismus und Nachimpressionismus, darunter 34 Gemälde von Claude Monet. Außerhalb von Paris sind nirgends in Europa mehr Werke dieses Künstlers an einem Ort zu sehen. Ebenfalls einzigartig in Deutschland ist der Bestand der Gemälde von Caillebotte, Pissarro, Signac, Sisley und de Vlaminck. So präsentiert das Museum Barberini künftig neben seinen Wechselausstellungen in internationalen Kooperationen eine in Deutschland einmalige Sammlung, und Potsdam wird eines der weltweit wichtigsten Zentren impressionistischer Landschaftsmalerei. Tickets: https://www.museum-barberini.com/ihr-besuch
Museum Barberini Bild: Claude Monet Der Hafen von Le Havre am Abend, 1873, Öl auf Leinwand, 60 x 81 cm, Sammlung Hasso Plattner
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Veröffentlicht am: 19.10.2020 | Kategorie: Kunst,

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