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Ecaterina Vrana: Between Two Worlds

7. Juni 2018 - 27. Juli 2018

Das Werk der rumänischen Künstlerin Ecaterina VRANA (geb.1969 in Konstanza, Rumänien) richtet sich an „la petite histoire“ der eigenen Existenz und erscheint zugleich wie eine Bibliothek der Vergangenheit, in der sich einzelne fragmentarische, kaleidoskopische Details aus der Erinnerung wiederfinden. Dieses Wiederbeleben findet im Rahmen einer subjektiven Spontaneität statt, ganz ohne eine angestrebte Dramaturgie. Ecaterinas großformatige Gemälde sind Gegenstand subtiler Beobachtungen und beanspruchen damit die Umdeutung von einer von Krankheit gekennzeichneten Vergangenheit zu einem Plädoyer der Freude des Lebens. Inspiration folgt so aus eigenem Leben statt Theorie.
Wie Ecaterina selbst sagt: „Ich bin diejenige, die durch Schnee, durch Luft, durch Grass, durch die Wolken geht… stark und am Ende stehe ich da als Gewinnerin. Die Tränen aus meinen Gemälden sind Tränen der Freude und ich wünsche mir, dass die Menschen, die sie sehen, sich an dem Schönen des Lebens erfreuen. Jedes Einzelne meiner Gemälde ist ein Anfang ohne Ende“. Somit weinen die Figuren von Ecaterina Tränen wie in einem unendlichen Kreis des Lebens, die Traurigkeit von gestern, die Freude von morgen. Die Autoporträts zeigen sie als Mädchen, Geschöpfe mit blonden Haaren, in düsterer Landschaft, mit Sehnsucht geladene Kritzeleien auf dem Kleid wie in I’m missing my sixteens! (2017), oder, wie in zwei aktuelleren Bildern, entweder liegend auf einem unbequemen Bett in einem Brautkleid ähnlichen Gewand, das sie persönlich nie trug, oder mutig in einem tête-à-tête mit dem Betrachter, mit großen, stark konturierten Augen und herzförmigem Mund. Die Autoporträts sind Abbildungen einer ewigen Jugend, kein Zeichen des Welkens des Körpers lässt sich erkennen. Die Figur tut nichts, sie erscheint wie der Schatten ihrer Selbst.
Die Statisten dieser malerischen Welt sind unbiegsam und schweigsam und wie durch eine Art von Zauber aus der Masse der Farbe beschworen. Nicht selten erscheinen sie zudem in einem zwillingshaften Tandem, Weib und Mann, ein Dualismus von Liebe und Hass, Gegenwart und Vergangenheit. Obwohl die meisten Bilder autobiografisch sind, entsteht ab und zu, wie in Ayșe (2017), ein soziokultureller Kontext, durch den die Künstlerin „eine unmögliche Liebe zwischen einem jüdischen Mann und einer muslimischen Frau“ zeigen wollte. Das Allgemeine, wie beispielsweise das fast allgegenwärtige Symbol des Kükens in Ecaterinas Werken, wird im Privaten verhandelt, als Element einer individuellen Mythologie – das Küken als obsessives, repräsentatives Motiv einer glücklichen Kindheit. Die niedlichen Tiere aus dem Garten Eden kindlicher Zeiten sind ihre Begleiter, Gefährten, wie sie aus ihrer Erinnerung entspringen. Die starren Charaktere von Ecaterina Vrana sind immer Protagonisten eines fast leeren Schauplatzes, der, wie in der chinesischen Sicht, der Ort wahrhaftiger Bestimmung wird. Die Anatomie der Figuren scheint nicht immer vervollständig zu sein – statt Füßen wachsen zierliche da Blumen, statt Armen wachsen Sprinkler.
Ecaterina gelingt es, Gemälde mit einer emotionalen Aura zu schaffen. Das macht ihr Werk so stark. Sie schafft verarbeitete Abbildungen eines Ortes aus der Tiefe ihres Selbst, welcher sie immer wieder dazu auffordert, diesen Bildern Beachtung zu schenken… Wie Joseph Ringelnatz dichtete:
Vorbei – verjährt –
Doch nimmer vergessen.
Ich reise.
Alles, was lange währt,
Ist leise.

Details

Beginn:
7. Juni 2018
Ende:
27. Juli 2018
Veranstaltungskategorie:
Eintritt: -

Veranstaltungsort

GNYP Gallery
Hardenbergstraße 9
Berlin, 10623 Deutschland
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Veröffentlicht am: 01.06.2018 | Kategorie:

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