Galerie Schwind zeigt Arbeiten des japanischen Künstlers Shinji Himeno

Shinji Himeno, Selbstporträt vor dem Tokioter Rathaus, 2012, Mischtechnik auf Hartfaser, 37 x 28 cm

Noch bis zum 10. Dezember zeigt die Galerie Schwind Berlin Arbeiten aus den letzten Schaffensjahren und neue Arbeiten des japanischen Künstlers Shinji Himeno.

Shinji Himenos Arbeiten stehen stilistisch dem Magischen Realismus nahe. Sie changieren zwischen „Leipziger Schule“ und „Wiener Schule des phantastischen Realismus“, zwischen heimatlich-japanischer Tradition und abendländisch-mediterranem Erbe. Technisch aufwendig entstehen die Bilder selten kontinuierlich. Oft bricht Shinji Himeno die Arbeit am Bild ab, lässt es eine Weile ruhen und reifen bis zur Wiederaufnahme und Vollendung. Nicht selten sind diese Entstehungsprozesse begleitet von schmerzlichen Auseinandersetzungen mit ganz alltäglichen, zutiefst menschlichen Ängsten. Surreale Assoziationen erzählen von einem tiefen Harmonie- und Glücksbedürfnis, das häufig in Angst- und Schreckensvisionen kippt. Mythologische Motive lassen das Grausame und Vernichtende allerdings nur erahnen. Die Geheimnisse bleiben stets im Dunkel verborgen, wodurch die meisten Bildszenen in einer apokalyptischen Endzeitruhe schwelgen. So sind Werk und Leben von Shinji Himeno gleichermaßen geprägt vom kreativen Ineinandergreifen der Gegensätze – Kontinuität und Diskontinuität, Bewegung und Stillstand, Höllenlärm und Grabesruhe, besonnenem Zögern und mutigem Voranstürmen.

Shinji Himeno, Seelenwanderung, 2013, Mischtechnik auf Hartfaser, 85 x 110 cm
Shinji Himeno, Seelenwanderung, 2013, Mischtechnik auf Hartfaser, 85 x 110 cm

 

Shinji Himeno wurde 1966 in Tokushima/ Japan geboren. Nach dem Fall der Mauer 1989 siedelte er nach Berlin über und bekam zunächst einen Studienplatz in Dresden an der Hochschule für bildende Künste. Von hier aus fuhr er im Herbst 1991 zu einer Vernissage nach Leipzig, wo er Werner Tübke persönlich begegnete. Er erzählte ihm, dass er mit dem Wunsch nach Deutschland gekommen sei, bei ihm zu studieren. Zu dieser Zeit unterrichtete Werner Tübke allerdings schon selbst nicht mehr an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, empfahl ihm aber auf jeden Fall ein Studium an der bekannten Kunstakademie. So absolvierte Shinji Himeno sein Grundstudium bis 1993 in Leipzig und wechselte für das Hauptstudium an die Akademie der Bildenden Künste in Wien. Hier schloss er sein Studium 1997 als Meisterschüler von Arik Brauer ab, Mitbegründer der „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“. Shinji Himeno lebt und arbeitet in Berlin.

Shinji Himeno

12. November – 10. Dezember 2016

Galerie Schwind

Große Hamburger Straße 1
10115 Berlin

Veröffentlicht am: 30.11.2016 | Kategorie: Ausstellungen, Kunst, | Tag: Galerie Schwind, Shinji Himeno,

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