Museum Barberini zeigt die Palast-Galerie: Seit über 20 Jahren zum ersten Mal wieder zu sehen

Zum Palast der Republik, dem zentralen Repräsentationsbau der DDR, gehörten 16 großformatige Bilder, die im Hauptfoyer installiert waren. Die sogenannte Palast-Galerie entstand 1975 zum Thema „Dürfen Kommunisten träumen?“ Künstler wie Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Willi Sitte, Werner Tübke, Walter Womacka und Hans Vent steuerten Werke bei, die von 1976 bis 1990 hier ausgestellt wurden.
Flankierend zur Ausstellung „Hinter der Maske. Künstler in der DDR“ ist im Museum Barberini vom 28. Oktober 2017 bis zum 4. Februar 2018 die Galerie aus dem Palast der Republik zu sehen.

Bereits wenige Wochen nach der Eröffnung hatten mehrere Hunderttausend Besucher den Palast der Republik und die Galerie gesehen, die Gemälde wurden vielfach in der DDR in Publikationen abgebildet, einige Gemälde wurden auch als Briefmarkenmotive verbreitet.
Zuletzt war die Palast-Galerie 1995 bei der Ausstellung Auftrag: Kunst im Deutschen Historischen Museum zu sehen, seitdem lagern die Bilder im Depot. Lediglich einzelne Werke waren zwischenzeitlich und für kurze Zeit für Ausstellungen entliehen.
 
Im gemeinsamen Engagement des Deutschen Historischen Museums, des Bundesverwaltungsamts und des Museums Barberini werden die Werke derzeit restauriert. Dies umfasst die Reinigung der Bildfläche – insgesamt über 200 Quadratmeter –, die Neuinstallation von Aufhängevorrichtungen und Ergänzungen der Rahmen.
 
Die Definition des Themas und die Einladung der Künstler oblag 1975 Fritz Cremer, Leiter des künstlerischen Planungsstabs des Palasts der Republik. Einzige konkrete Vorgabe war aus architektonischen Gründen die Höhe der Bilder: Sie musste 280 cm betragen, die Breite durfte bis zu sechs Meter erreichen. Die Künstler stellten unterschiedliche Motive dar, die sie frei auswählten. Außer beim Werk von Walter Womacka, Wenn Kommunisten träumen…, waren die Bezüge zum ausgeschriebenen Thema eher lose. Die Künstler malten in ihrem jeweiligen eigenen Stil, blieben jedoch durchweg im Figürlichen und damit in der Tradition der realistischen Malerei in der DDR.
 
Mit dieser dokumentarischen Präsentation zeigt das Museum Barberini ein Zeitzeugnis aus dem Zenit der Staatskunst der DDR, die das offizielle Verständnis von Kunst nach der 1971 ausgerufenen Leitlinie der „Weite und Offenheit“ widerspiegelt. Vor dem Hintergrund dieser staatlichen Repräsentationskunst wird umso deutlicher, wie reich das Kunstleben in der DDR war, dass sich jenseits davon entfaltete. Dies zeigt die Ausstellung Hinter der Maske. Künstler in der DDR vom 28. Oktober 2017 bis zum 4. Februar 2018 im Museum Barberini.
 
Zur Palast-Galerie im Palast der Republik
Der Palast der Republik wurde 1973–1976 nach Plänen von Heinz Graffunder auf dem Gelände des Berliner Stadtschlosses erbaut, das derzeit als Humboldtforum wiederaufgebaut wird. Er war Sitz des Parlaments, Repräsentationsgebäude und Kulturhaus. Bis zu seiner Schließung im Jahr 1990 fanden hier Kulturveranstaltungen, Konzerte und Theateraufführungen statt und es gab verschiedene gastronomische Angebote.
 
Zum Gesamtkonzept des Baus gehörte auch die umfangreiche Ausstattung mit Kunstwerken, darunter eine Marx-Engels-Plastik auf dem Vorplatz und, als prominentestes Element, die Palast-Galerie im Hauptfoyer. Fritz Cremer, Bildhauer und Vizepräsident der Akademie der Künste, wurde 1974 zum Leiter des künstlerischen Planungsstabs des Palasts der Republik ernannt. Ihm oblag es, Künstler zu gewinnen, die Auftragsarbeiten zum Thema Dürfen Kommunisten Träumen? erstellten. Von den 19 angefragten Künstlern nahmen 16 den Auftrag an. Im Dezember 1975 waren alle Arbeiten fertiggestellt, so dass sie mit der Eröffnung des Gebäudes im April 1976 präsentiert werden konnten und bis zur Schließung dort verblieben.
 
Künstler:
Günter Brendel (*1930), René Graetz (1908–1974), Erhard Großmann (*1936), Bernhard Heisig (1925–2011), Wolfgang Mattheuer (1927–2004), Arno Mohr (1910–2001), Willi Neubert (1920–2011), Ronald Paris (*1933),  Kurt Robbel (1909–1986), Wolfram Schubert (*1926), Willi Sitte (1921–2013), Werner Tübke (1929–2004), Hans Vent (*1934), Matthias Wegehaupt (*1938), Walter Womacka (1925–2010), Lothar Zitzmann (1924–1977)

Palast-Galerie

Friedrich-Ebert-Str. 115
14467 Potsdam

Datum: 28.10.2017 – 04.02.2017

Museum Barberini

Beitragsbild: Im Palast der Republik, 1985, Photo: Gert Koshofer, © bpk / Gert Koshofer

Veröffentlicht am: 25.08.2017 | Kategorie: Ausstellungen, Werbebanner Magazin, Werbepartner: Startseite, | Tag: Museum Barberini,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.