Solo Show von Jay Gard bei Sexauer: Zeichen unter Zeichen

Solo Show von Jay Gard bei Sexauer Zeichen unter Zeichen

Seit der Mensch sich aufgerichtet hat und im Wortsinn „erhobenen Hauptes“ durch die Welt geht, ist er ein Homo videns, ein Mensch mit Überblick, ein sehender Mensch. Vor allem aber befreit der aufrechte Gang Arme und Hände, so dass er winken und Zeichen geben kann, er wird zum Homo signum dans, zum Zeichen gebenden Mensch.

Der Mensch sendet und empfängt seit Jahrtausenden Zeichen. Dieser Prozess hat sich in den letzten hundert Jahren bis heute stark beschleunigt: der Mensch des Informationszeitalters.

In „Zeichen unter Zeichen“ untersucht Jay Gard die Zeichensprache des Menschen, das icon, das Piktogramm, die Entstehung und Entwicklung von Zeichen. Da der Mensch nicht nur einen Wink oder ein Zeichen mit seinen Händen gibt, sondern seit jeher auch Objekte markiert und (be)zeichnet, sind wir in der Objektwelt umgeben von Zeichen und Bezeichnetem. Teilweise verweisen Zeichen dabei wiederum auf bereits seit langem verinnerlichte und uns vertraute Zeichen. In „Zeichen unter Zeichen“ zeigt Jay Gard Installationen, Skulpturen und Zeichen. Zeichen entstehen nicht allein durch eine präzise Zeichensetzung, sondern – da sie im kollektiven Unterbewussten verankert sind – auch durch die Umgebung, durch die Umkehrung; durch das Ausgelassene, die Leere, den Freiraum. In der Skulptur wird die Zeichnung (der Umriss) zum Weggelassenen, zur Aussparung. Durch diese Auslassungen verändert sich der gesamte Körper.

In den letzten Jahren hat sich Jay Gard eine unverkennbare künstlerische Sprache erarbeitet und gehört zu den jungen eigenständigen Positionen, die das Erbe von Vorgängern wie Sol LeWitt, Donald Judd oder Richard Artschwager weiterführen. In einer neuen Welt. In einer Welt von Zeichen unter Zeichen.

Zeichen unter Zeichen

11. November bis 16. Dezember 2017

Sexauer Gallery

 

Veröffentlicht am: 11.11.2017 | Kategorie: Ausstellungen, | Tag: Jay Gard, Sexauer Gallery,

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