TASCHEN: Ein bleibendes Vermächtnis. Das Werk Helmut Newtons in seiner schöpferischen Fülle

TASCHEN: Ein bleibendes Vermächtnis. Das Werk Helmut Newtons in seiner schöpferischen Fülle

Das fotografische Œuvre des Visionärs Helmut Newton (1920–2004) umspannt mehr als fünf Jahrzehnte, sucht in seiner Bandbreite seinesgleichen und erreichte durch Veröffentlichung in Magazinen wie Vogue und Elle Millionen Leserinnen und Leser.

In seinem Werk überwand Helmut Newton die Grenzen aller Genres. Dadurch verlieh er seiner Modefotografie dieselbe stilvolle Eleganz und das voyeuristische Element, das auch seine Porträts und seine Glamouraufnahmen auszeichnet. Schon sehr früh ließ er die gängige Praxis in der Modefotografie hinter sich und löste die Grenzen zwischen Realität und Illusion auf, sodass seine Bilder durch einen surrealistischen Touch oder auch durch einen Moment des Suspense à la Alfred Hitchcock gekennzeichnet sind.

Fashion, Melbourne 1955 © Helmut Newton Foundation, Berlin
Fashion, Melbourne 1955 © Helmut Newton Foundation, Berlin

Newtons klare Ästhetik prägt alle Bereiche seines Werks, insbesondere aber seine Mode-, seine Porträt- und seine Aktfotografie. Dabei ging Newton über das narrativ Herkömmliche hinaus, seine Fashionfotografie zeichnet sich nicht nur durch üppige Eleganz und subtile Verführung aus, sondern auch durch kulturelle Bezüge und einen überraschenden Sinn für Humor.

In den 1990er-Jahren arbeitete Newton für deutsche, amerikanische, italienische, französische und russische Ausgaben der Vogue, und zwar vorwiegend in Monte Carlo und Umgebung, wo er ab 1981 lebte. Er verwandelte Locations wie seine eigene Garage oder Baustellen zu einer mal kontrastierenden, mal ausgesprochen minimalistischen Bühne, um darauf das exzentrische Leben der Schönen und Reichen in ausgefallenen Szenarien und aufgeladen mit Erotik und Eleganz abzubilden. Das Rampenlicht gehörte dabei den Frauen vor seiner Kamera, darunter Persönlichkeiten wie Catherine Deneuve, Liz Taylor und Charlotte Rampling, sodass sein Werk sowohl als Dokumentation der sich wandelnden Rolle der Frau in der westlichen Welt, als auch als Kommentar dazu verstanden werden kann.

Heather looking through a keyhole, Paris 1994 © Helmut Newton Foundation, Berlin
Heather looking through a keyhole, Paris 1994 © Helmut Newton Foundation, Berlin

Helmut Newton. Legacy, das begleitende Buch zu einer internationalen NewtonAusstellungstournee, präsentiert Highlights, aber auch zahlreiche Wiederentdeckungen eines fotografischen Œuvres, das als eines der meistveröffentlichten aller Zeiten gilt. Newton war ein ungemein produktiver Schöpfer von Bildern und ein wahrer Visionär. Dieses Buch zollt ihm und seinem bleibenden Einfluss auf die moderne Fotografie und bildende Kunst Tribut.

„Ich bin ein professioneller Voyeur.“

— Helmut Newton

Der Fotograf: Helmut Newton

Helmut Newton (1920–2004) war einer der einflussreichsten Fotografen aller Zeiten. Ersten internationalen Ruhm erlangte er in den 1970er-Jahren, vor allem durch seine Arbeit für die französische Vogue. Newton inszenierte seine Modelle nicht im Studio, sondern in Alltagssituationen, Innenräumen und auf der Straße. Seine Mischung aus widersprüchlichen Szenarien, kühner Beleuchtung und bemerkenswerter Bildkomposition wurde zu seinem Markenzeichen. Ihm wurden zahlreiche Ehrungen zuteil, darunter der Titel des Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres.

Self-Portrait in Yva’s Studio, 1936 © Helmut Newton Foundation, Berlin
Self-Portrait in Yva’s Studio, 1936 © Helmut Newton Foundation, Berlin

Der Herausgeber und Autor

Matthias Harder studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Philosophie in Kiel und Berlin. Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie sowie Beiratsmitglied des European Month of Photography. Seit 2004 arbeitet er als CONFIDENTIAL NO ONIX XL Helmut Newton. Legacy Helmut Newton, Matthias Harder, Philippe Garner Hardcover, 24 x 34 cm, 3,04 kg, 424 Seiten ISBN 978-3-8365-8458-6 (Deutsch, Englisch, Französisch) Helmut Newton. Legacy – 2 of 2 leitender Kurator in der Helmut Newton Stiftung in Berlin, seit 2019 als Stiftungsdirektor. Harder publiziert darüber hinaus regelmäßig Artikel in Büchern und Ausstellungskatalogen.

Der Koautor

Philippe Garner ist Fachmann für Fotografie, Design und dekorative Kunst des 20. Jahrhunderts. Er verfasste zahlreiche Essays und Bücher, von biografischen Studien zu Emile Gallé und den Fotografen Cecil Beaton und John Cowan bis hin zum Sixties Design für TASCHEN. Der ehemalige Direktor bei Christie’s kuratierte zudem Ausstellungen für Museen in London, Paris und Tokio.

TASCHEN
Helmut Newton. Legacy Blick ins Buch
Helmut Newton, Matthias Harder, Philippe Garner
Hardcover, 24 x 34 cm, 3,04 kg, 424 Seiten, 80 Euro
taschen.com

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Veröffentlicht am: 19.10.2021 | Kategorie: Kunst - was sonst noch passiert, Literatur,

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