WASTELAND – Malereien und Objektkunst von Marcela Bracalenti

WASTELAND

Entfremdung, Neuanfang, Erinnerung – wie viele andere ihrer Generation verließ die Künstlerin Marcela Bracalenti ihre Heimat Argentinien in den 1970er Jahren.

Genau 40 Jahre nach Machtübernahme des Militärregimes wirft die Ausstellung Wasteland (dt. Einöde, Wüste, Unland) einen vielschichtigen und persönlichen Blick auf die rauen Weiten Argentiniens, die Seelenlandschaften einer verlorenen Generation und die intellektuelle Einöde einer dunklen Zeit.

Gezeigt werden mehr als 50 abstrakte, teils großformatige Materialcollagen und Objekte, die besonders durch die künstlerische Ästhetisierung und das Upcycling alltäglicher und industrieller Materialien faszinieren. Nach verschiedenen internationalen Einzelausstellungen u.a. in Paris, Mailand und zur Art Expo in New York, präsentiert A Space Under Construction (ASUC) die Werke der Künstlerin nun erstmals in Deutschland. Ausgestellt werden die Arbeiten im Rahmen der Pop-Up-ReiheArt Under Construction vom 10. bis 13. November 2016.WASTELAND

 

Marcela Magdalena Bracalenti wurde 1952 in Buenos Aires geboren. Nach ihrem Architekturstudium arbeitete sie zunächst als Architektin für ökologisch nachhaltige Regional- und Raumplanung. Die intensive Auseinandersetzung mit den Landschaften und Lebensräumen Argentiniens ist bis heute ein prägender Einfluss ihres künstlerischen Schaffens. “Die Tonalität vieler ihrer Arbeiten, das Erdige und Raue sowie die nachhaltige Wiederverwendung industrieller Materialien zeugen von einem globalen Verständnis unserer Zeit und einer bewegenden Vertrautheit zur eigenen, verlorenen Heimat”, so Kurator Alexander Masche.

Im Zuge der Machtübernahme durch die Militärjunta um General Jorge Rafael Videlas im März 1976 und den einsetzenden Säuberungsaktionen an Systemkritikern, emigrierte die Künstlerin im gleichen Jahr nach Italien. Bis zum Ende der Militärdiktatur 1983 wurden nach Angaben von Amnesty International mehr als 30.000 Menschen von den mobilen Einsatzkommandos des Regimes verschleppt, gefoltert und umgebracht. Mehr als eine halbe Millionen Menschen flüchteten aus ihrer Heimat.WASTELAND

 

Bracalenti, die nach verschiedenen Projekten als Architektin in Mailand und Pisa seit der Jahrtausendwende als freischaffende Künstlerin arbeitet, begreift ihre Kunst als ästhetischen und vor allem psychologischen Schaffensprozess. “Jedes Werk ist ein Teil von dem, was ich zurückgelassen, aber auch neu aufgebaut habe. Meine Dämonen verbanne ich in meine Bilder und Collagen, trage sie nach außen, nagele sie an die Wand und schaffe somit eine heilende Distanz zwischen mir und dem Erlebten.”

Bracalentis Arbeiten sind in verschiedenen Privatsammlungen u.a. in Argentinien, Italien, Spanien, der Schweiz und Deutschland vertreten. Vier Tage lang sind die Werke der Künstlerin nun im A Space Under Construction zu sehen. ASUC ist der neue Projektraum des Ritter Butzke. Die rund 600 m² große Location versteht sich als interdisziplinäre Plattform für das gemeinschaftliche Erarbeiten kreativer Inhalte mit Künstlern, Institutionen und Marken.

Kuratiert wurde die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Künstlerin von Alexander Masche. Marcela Bracalenti ist derzeit an keine deutsche Galerie gebunden. Es besteht die Möglichkeit im Rahmen der Ausstellung einzelne Werke zu kaufen.

WASTELAND

10. bis 13. November 2016

A Space Under Construction (ASUC)

1. OG über dem Ritter Butzke
Ritterstr. 26
10969 Berlin

Veröffentlicht am: 10.11.2016 | Kategorie: Ausstellungen, Kunst, | Tag: Marcela Bracalenti, WASTELAND,

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