Sprache und Wissen | Kuratiert von Marcel Beyer | Gespräche, Performances, Lesungen

Dagmara Kraus, Collage aus das vogelmot schlich mit geknickter schnute © Berlin kookbooks 2016, Sprache und Wissen Kuratiert von Marcel Beyer Gespräche, Performances, Lesungen

Der Kurator und mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller Marcel Beyer erkundet Zusammenhänge, Widersprüche und Möglichkeiten des dynamischen Gefüges von Sprache und Wissen: „Sprache schafft Ordnung, zugleich lässt sie uns in nicht-existierende Welten vordringen.“

Am 8. und 9. April geht Sprache und Wissen der Frage nach, ob sich Wissenschaft in Literatur „übersetzen“ lässt. In Lesungen, Performances und Gesprächen wird untersucht, wie Sprache als Mittel und Mittlerin von Selbst- und Welterkenntnis auftritt, wie sie reale wie imaginäre Dinge handhabbar werden lässt – und wie Sprache mitunter ihr eigenes Spiel treibt, nach undurchschaubaren Regeln.

Was aber geschieht, wenn man dem ästhetischen Reiz des Faktischen nachgibt? In welchen ästhetischen und poetischen, prosaischen und narrativen Formen drückt sich unser Denken aus? Diese und andere Fragen verhandeln Schriftsteller_innen, Künstler_innen, Wissenschaftler_innen, Übersetzer_innen und Dolmetscher_innen jenseits gängiger Disziplinengrenzen.

So unterziehen u. a. Hans-Jörg Rheinberger, Wissenschaftshistoriker und Molekularbiologe, und Hanns Zischler, Schriftsteller und Schauspieler, in Souffleure des Subtexts nach 45 Jahren ihre Übersetzung von Jacques Derridas „De la Grammatologie“ einer Prüfung, denn „unser Deutsch ist besser geworden“. In Struktur, Muster, Störmoment hinterfragen der Künstler Olaf Nicolai und der Komponist Wolfgang Heiniger das vermeintlich „Unmittelbare“ von Bildender Kunst und Musik, die nicht wie die Literatur an Sprache gebunden sind. Der Film „My 4 LTRS“ von Dichterin und Lautperformerin Nora Gomringer bringt Ordnung in den Text des Lebens, das entzifferte Humangenom. Terézia Mora, Schriftstellerin und Übersetzerin, spricht in Zwischen Ohr und Mund mit Dolmetscher_innen über die Kunst, fremde Gedankengänge zu antizipieren. Der Sänger und Schauspieler Graham F. Valentine performt Georges Perecs Abhandlung Cantatrix sopranica L. zur Frage, was geschieht, wenn man Sopranistinnen während ihres Auftritts mit Tomaten bewirft.

Mit Marcel Beyer, Lilian-Astrid Geese, Wolfgang Heiniger, Ernst Kausen, Dagmara Kraus, Terézia Mora, Olaf Nicolai, Günther Orth, Hans-Jörg Rheinberger, Cord Riechelmann, Klaus Sander, Frank D. Steinheimer, Anke te Heesen, Graham F. Valentine, Hanns Zischler und einem Film von Nora Gomringer.

Haus der Kulturen der Welt

John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin

Sprache und Wissen

8. bis 9. April 2016

 

Veröffentlicht am: 06.04.2016 | Kategorie: Ausstellungen, Kultur, Kultur - was sonst noch passiert, Kunst, Kunst - was sonst noch passiert, Literatur, | Tag: Anke te Heesen, Cord Riechelmann, Dagmara Kraus, Ernst Kausen, Frank D. Steinheimer, Graham F. Valentine, Günther Orth, Hanns Zischler, Hans-Jörg Rheinberger, Haus der Kulturen der Welt, Kalender, Klaus Sander, Lilian-Astrid Geese, Marcel Beyer, Mit Marcel Beyer, Nora Gomringer, Olaf Nicolai, Pressemitteilung, Sprache und Wissen, Terézia Mora, Wolfgang Heiniger,

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